Am Tag nach der Landtagswahl von Sachsen-Anhalt steckt dem Kanzler der AfD-Sieg erkennbar in den Knochen. Er will nun versuchen, "die Menschen in ihrer Emotionalität stärker zu erreichen". Und weiß, dass das nicht leicht wird.
Von der Minderheitsregierung, die AfD-Chefin Weidel am Wahlabend ins Spiel gebracht hat, ist keine Rede mehr. Wahlsieger Siegmund gibt das Ziel auf, nur mit absoluter AfD-Mehrheit zu regieren. Jetzt setzt er darauf, dass BSW oder einzelne Abgeordnete ihm helfen, "einhundert Prozent" AfD-Positionen umzusetzen.
Nach dem Wahlsieg der AfD sieht die "New York Times" in ganz Europa weitere Erfolge rechter Kräfte am Horizont. In der "Washington Post" legt ein Forscher die Finger in die Wunde des deutschen Wirtschaftsmodells. Das "Wall Street Journal" beobachtet einen Fehler der AfD.
Das BSW träumt von einer Expertenregierung mit wechselnden Mehrheiten in Sachsen-Anhalt. Die ist trotz des BSW-Einzugs in den Landtag praktisch ausgeschlossen. Dass das BSW nicht gegen einen AfD-Ministerpräsidenten stimmen will, hilft AfD-Mann Siegmund aber auch nicht weiter.
Dass nach der Landtagswahl die AfD in Sachsen-Anhalt an die Macht kommen könnte, schockiert viele Organisationen des öffentlichen Lebens. So fürchten Lehrkräfte Eingriffe in die Lehrpläne, NS-Gedenkorganisationen rechnen mit Einschnitten und die Kirchen beklagen eine Spaltung. Es kommt zu ersten Demos.
Trotz eines eindeutigen Wahlsiegs dürfte die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt schwierig werden. Im "Notfall" könnte neu gewählt werden - unter diesen Voraussetzungen.
Der AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt löst eine Debatte über den Schutz der deutschen Sicherheitsbehörden aus. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz warnt vor einem gravierenden Risiko.
Wer regiert in Zukunft Sachsen-Anhalt? Nach der Landtagswahl sind die Mehrheitsverhältnisse in Magdeburg kompliziert. Das BSW setzt sich für einen überparteilichen Regierungschef ein. Die SPD ist zumindest nicht grundsätzlich abgeneigt.
Die AfD geht aus der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als klarer Sieger hervor, auch wenn sie die absolute Mehrheit verfehlt hat. Im Vorfeld der Wahl sollen unter anderem russische Akteure versucht haben, das Ergebnis zu beeinflussen. Eine Initiative fordert nun konkrete Maßnahmen.
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